Mehrere Dutzend Menschen haben es sich am 21. Februar 2026 im Werner-Sailer-Saal der Vogtey gemütlich gemacht. Es sind hauptsächlich Kutscher, Begleitpersonen für die Kutschen und Angehörige. Die VAB hat zum traditionellen „Kutscher-Vesper“ eingeladen. „Ohne Kutschen wäre der Festzug nicht so lebendig“, sagt Carmen Drabek, die in diesem Jahr erstmals den Abend organisiert. Mehr als zehn Jahre hat sie in diesem Bereich im Hintergrund mitgearbeitet und seit 2025 die Verantwortung für den Bereich „Mittelalter“ im Vorstand der Vereinigung Alt-Brettheim übernommen. „Das Vesper für die Kutscher und Begleitpersonen soll als kleines Dankeschön die Wertschätzung der VAB und des gesamten Vorstandes zum Ausdruck bringen“, sagt VAB-Vorsitzender Thomas Lindemann. „Danke, für das große Rad, das ihr jedes Jahr beim Festzug für uns und die Zuschauer dreht.“ Ende
Die VAB hat zu einem zünftigen Kutscher-Vesper eingeladen.
Kunibert Heck von den Neibsheimer Armbrustschützen, der sich selbst scherzhaft als „Wagenknecht“ bezeichnet, hält das Netzwerk der Kutscher zusammen. Einer von ihnen ist Thomas Schwarz aus Ruit, der seit seinem 12. Lebensjahr auf dem Kutschbock sitzt. Jetzt ist er in Rente und kümmert sich darum, dass die Kutschen der VAB zum Festzug immer gut in Schuss sind. „Früher kamen die Kutscher und ihre Zugtiere alle aus der näheren Umgebung“, erinnert sich Schwarz. „Das würde heute nicht mehr reichen“, weiß Kunibert Heck. „Wir haben Kutscher aus Mühlacker, Leonberg, von der Ostalb und aus der Ortenau. Manche fahren mit ihren Pferden rund 250 Kilometer, um am Festzug eine Kutsche zu ziehen.“ So wie Jürgen Fritsch aus Grießheim bei Appenweier. „Ich bin aus Spaß dabei und um die Tradition zu pflegen. Meine Pferde, belgische Kaltblüter, sind speziell dafür ausgebildet, bei solch einem Umzug, der schon eine Ausnahmesituation für die Pferde bedeutet, ruhig und besonnen zu bleiben.“ Fritsch ist seit 2023 bei Peter-und-Paul dabei und lobt die gute Organisation des Festes. Auch die Einladung zum Kutscher-Vesper findet er eine sehr schöne Geste. „Das ist andernorts so nicht üblich.“
Bernd Widmaier aus Renningen war 2025 zum ersten Mal dabei. Sein Sohn hat die Kutsche des Scharfrichters gefahren. „Alles ist sehr gut verlaufen. Es gab keinerlei Schwierigkeiten.“ Widmaier wurde beim Pferdemarkt in Leonberg angesprochen, ob er bei Peter-und-Paul mitfahren möchte, und hat spontan zugesagt. In diesem Jahr ist auch sein Bruder Günter aus Leonberg mit einem eigenen Gespann beim Festzug mit dabei. „Früher kamen auch Ochsen als Zugtiere zum Einsatz. So wurde der 1,2 Tonnen schwere Balduf von Bastian, einem Ochsen aus dem Bodenseeraum, gezogen“, erinnert sich Thomas Schwarz. „Aber Ochsen sind anspruchsvoller als Pferde. Jeder Ochse braucht seine ganz bestimmte Bezugsperson, sonst klappt das nicht.“
Heute wird der Balduf von zwei Pferden gezogen. „Ein Pferd kann das eineinhalbfache seines Körpergewichts ziehen. Wenn das Pferd 500 Kilogramm wiegt, hat es also eine Zugkraft von 750 Kilo“, erläutert Widmaier. Zwei Pferde können demnach eine Kutsche oder eine Kanone mit bis zu 1,5 Tonnen Gewicht ziehen. Es gab viel zu besprechen beim Kutscher-Vesper. Der nächste Festzug läuft am 5. Juli. (Michael Fritz)
Michael Widmaier aus Renningen fuhr im letzten Jahr beim Festzug die Kutsche des Scharfrichters.
